Geschichten im Garten

Am 30 Juli 2017

öffnet der Garten Pristin in Barsinghausen OT Groß Munzel Auf dem Damm 8 seine Pforten zu einer Gemeinschaftslesung unter der Schirmherrschaft des BVjA (Bundesverband junger Autoren und Autorinnen)

„Geschichten im Garten“ von 11:00 bis 16:00 Uhr

Im Garten verteilt lesen mehrere Autoren verschiedener Genres aus ihren Werken. Seien Sie willkommen in einem hochsommerlichen Garten, flanieren Sie mit einem Glas Sekt zwischen den Beeten und lauschen Sie Prosa und Lyrik. Niemand ist zum Zuhören gezwungen. Auch reine Gartenliebhaber dürfen den Garten an dem Tag besuchen. Und die, die nur auf die Autoren und ihre Geschichten neugierig sind, müssen den Garten nicht anschauen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Wir freuen uns auf Sie!!!

Deborah Emrath – liest aus „Mord an Bankerlwand“ – warum die Story so toll ist? Na, wer hat schon mal einen Kuhtod aufgeklärt? Sie hat außerdem eine weitere Kurzgeschichte, „Die Katze“, im Gepäck.

Deborah Emrath ist studierte Diplom-Pädagogin und wohnt genau wie ihre Protagonistin Emma in Bodenwerder. Sie schreibt gerade an ihrem ersten Kriminalroman. 2004 und 2005 wurden Kurzgeschichten von ihr veröffentlicht. Vor kurzem erschienen zwei Kurzgeschichten in den „Bankerl G´schichten“, einer Anthologie zur Aschauer Autorenwoche.

Tanja Flügel – liest aus ihrem historischen Roman „Marthe“ und skizziert darin das spannende Leben einer jungen Frau zu den Zeiten des Dreißigjährigen Krieges.
Tanja Flügel arbeitet hauptberuflich in der IT-Entwicklung. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich intensiv mit Literatur und der Geschichte von Mittelalter bis Renaissance. Beides hat sie in ihrer weiteren Leidenschaft, dem Schreiben, vereint.

Simone Harland – stellt bei „Geschichten im Garten“ Poetry-Slam-Texte vor, liest etwas Dystopisches und lädt alle Interessierten zu einem Mini-Workshop zum Thema „Schreiben fürs Kopfkino“ ein.
Simone Harland ist freiberufliche Journalistin, Texterin und Autorin. Sie hat rund 70 Bücher in namhaften Verlagen veröffentlicht, textet für Unternehmen, schreibt für Zeitschriften und Zeitungen und leitet Schreib-Workshops.

Aleksandra Pristin – liest ihre veröffentlichte und nicht veröffentlichte Lyrik vor, gibt einen Eindruck in das Entstehen Ihrer lyrischen Prosa „Das Kind“ und in ein Gartenbuchprojekt.
Aleksandra Pristin ist auf dem Gebiet der Informationstechnologie tätig. Ihre Freizeit ist mit einer großen Gartenleidenschaft und Literatur vollkommen ausgefüllt. Sie feierte als Lyrikerin bereits in Polen die ersten kleinen Erfolge. In der deutschen Sprache fand sie sich erst nach langer Zeit wieder.

Peter Neff – liest aus einem satirischen Ratgeberbuch „Leicht gedrechselte Unverschämtheiten“. Es geht darin um völlig absurde und überspitzte Ratschläge für alle Lebenslagen.
Peter Neff ist ein Künstler aus Bisperode. Sein vielseitiges Schaffen umfasst Malerei, Skulpturen, Lichtobjekte und Fotografien. Seine Kunst wird regelmäßig in Galerien und Kunstvereinen präsentiert. Auch in der Literatur ist er zu Hause.

 

Autorenwoche 2017

Jetzt ist sie also zu Ende, die zweite Aschauer Autorenwoche. Lea hat meinen Plot vom Kopf auf die Füße gestellt und mit Tanja durfte ich auch ein wenig arbeiten – toll, wenn das gegenseitige Vertrauen immer weiter wächst! ?
Ich habe „meine“ Miss Kampenwand besuchen dürfen ?und der Antagonist meines Krimis hat die richtige Tiefe bekommen ? dank Ulrikes psychologischem Input.
Aber das Wichtigste sind mir die alten und neuen Freunde gewesen, die diese Woche so reich gemacht haben. Die gemeinsamen Ausflüge an den Chiemsee, Schloss Hohenaschau und die abendlichen Gespräche klingen noch immer in mir nach. Wie schön, dass ich das mit Euch erleben durfte und nun in den nächsten Wochen immer wieder daran denken werde.

Premierenlesung

Die Bankerl G´schichten sind endlich da!

Gefeiert wurde mit einer wunderschönen Lesung zum Abschluss des Samstags beim Nikolausmarkt am Wasserfall. Die Premierenlesung aus „Bankerl-G`schichten“ fand im zugehörigen Café statt.
Es könnte keinen besseren Veranstaltungsort geben, spielt doch eine der 16 Kurzgeschichten eben genau hier – am Wasserfall.

Fazit:

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Es kann keine Entschuldigung dafür geben, dass Miss Kampenwand von mir „getötet“ wurde. Auch diese wahnsinnstolle Lesung nicht. Danke, Mädels, aber es musste sein.

 

Interview mit meiner Krimi-Protagonistin Emma Stanford über Wahrheit, Zweifel und ihren Beruf

Frau Stanford, Warum sind Sie Kriminalhauptkommissarin geworden?
Hm. Vermutlich, weil ich versuchen möchte, die Wahrheit zu ergründen, auch wenn ich weiß, dass es keine absolute, objektive Wahrheit gibt. Es wird immer einen letzten Zweifel geben. Aber ich glaube auch, diesen Zweifel komplett ausräumen zu wollen, wäre töricht. Dieser Wunsch ist geboren aus Angst. Derselben Angst, die den Hass nährt.
Es wird niemand zum Verbrecher geboren und es ist auch nicht so, dass jeder Mensch ein potentieller Verbrecher ist. Es gibt aber im Leben von Menschen Situationen, die sie überfordern. Sie kommen mit einer Änderung nicht klar. Und dann tun sie etwas dagegen – aber das Leben ist kein Videospiel. Da kannst du nicht vorher speichern und wenn es blöd läuft, neu laden.
Und dann ist jemand tot.
Genau, und wartet am Münchhausenbrunnen darauf, dass jemand seinen Mörder schnappt.
Frustriert sie das nicht manchmal?
Was? Dass ich den Mörder schnappe? Ganz bestimmt nicht. Aber Sie haben schon recht, manchmal wünsche ich mir schon, ich könnte tätig werden, bevor etwas passiert. Letztendlich kann ich nur hinterher aufräumen.
Nehmen Sie da viel ins Privatleben mit? Ich meine, Sie sind Mutter einer 6-jährigen Tochter…
Würden Sie das auch einen Mann fragen?
Schon, wenn es um Work-Life-Balance geht…
Danke der Nachfrage, aber um die ist es bestens bestellt.
Aber Sie sind geschieden…
Diese Information ist korrekt. Und wir haben das gemeinsame Sorgerecht, was bedeutet, dass ich voll und ganz meine Pflichten als Kriminalhauptkommissarin erfüllen kann.
Das glaube ich gerne. Gibt es bei dieser Arbeit Menschen, vor denen Sie schon mal richtig Angst hatten?
Angst nicht, aber Respekt. Ich bin ja nicht naiv und weiß, was diejenigen auf dem Kerbholz haben. Aber um ein Geständnis zu bekommen, braucht es den Wunsch, verstehen zu wollen. Seine oder weit seltener ihre Seite der Geschichte hören zu wollen, wahrzunehmen, was einen Menschen dazu bringt, zu töten. Das heißt nicht, zu vergessen oder zu verzeihen. Wenn Sie einmal eine übel zugerichtete Leiche gesehen haben, geht das sowieso nicht mehr. Aber eben ein Stück weit seinen Weg „mitzugehen“. Da gibt es nichts, was es nicht gibt und es ist jedes Mal eine Reise ins Ungewisse.

Teaser – es geht in Schreibklausur

Emma knöpfte sorgfältig ihren Mantel zu, nahm die Tasche ihrer Tochter Anna und schob eben diese durch die Tür. Als beide im Auto saßen, fragte Anna neugierig: »Du, Mama, was ist denn ein tett ah tett?«
Emma wurde rot. Sie musste sich angewöhnen, nicht mehr in Anwesenheit ihrer Tochter zu telefonieren. »Ein Date, Schatz.«
»Cool, zieht dann Papa wieder bei uns ein nach diesem tett ah tett?«
»Nein, Anna, du weißt doch, dass wir nicht zusammen wohnen möchten.«
»Find ich aber doof!« Anna zog eine Flunsch.
»Hase, du weißt aber, dass das nichts mit dir zu tun hat? Und wir dich beide sehr, sehr lieb haben?« Emma schaute prüfend durch den Rückspiegel, ob das Gesagte auch angekommen war.
Anna spielte mit ihren Haaren. »Jaaa … ich find´s aber trotzdem doof!«